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Garten Kammler, Bern, 2012

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Der südliche Hausteil eines kleinbürgerlichen Doppelhauses aus dem späten 19. Jahrhundert wird von seinem Besitzer, einem Architekten, instand gestellt. Ideenreichtum und Hingabe, organisatorische Raffinesse, gepflegte Materialität und elegante Formen prägen den Eingriff. Haltung und Formensprache des Projekts inspirieren auch die Umgebungsgestaltung: Der Bestand wird zurückgeführt, weiterentwickelt und mit bildhauerischem Anspruch verräumlicht. Mit Rundkies abgestreute Flächen zeichnen Arrivée, Sitzplatz und Baumstandorte aus. Stahlbänder grenzen Haus, Rasen und Kies mit graphischer Präzision voneinander ab. Mit Stahlbändern sind auch die Baumringe podestartig angehoben. Einer dient als Sitzplatz, die zwei anderen werden als Pflanztröge verwendet. Das alte Betonsockelmäuerchen zur Strasse wird geflickt. Auf ihm wird ein Zaun aus verzinkten Stahlstaketen um das Grundstück gezogen. Die neue Einfriedung wandelt sich abschnittsweise zum zweidimensionalen Rankgerüst mit eingeflochtenen Rosen, zum raumhaltigen Rankgerüst mit Beerensträuchern oder zum schrankartigen Möbel. Diese Elemente steuern Intimität und Sichtbezüge, beispielsweise zum benachbarten Kindergarten mit seiner parkartigen Baumkulisse. Der Garten ist einer der kleinsten, den das Büro bislang gebaut hat. Unter dem Rollrasen schlummern Tulpen und andere Zwiebelpflanzen. Wenn sie spriessen, blitzen in der freundlichen, vom Licht durchdrungenen Atmosphäre des Gartens surreal anmutende Farbtupfer auf.

Bauherr, Auftraggeber:
M. und E. M. Kammler, Bern

Architekt:
Matthias Kammler, Bern

Texte:
Christoph Schläppi

Photograph:
Milo Keller

Projekt von 4d Landschaftsarchitekten