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Europaplatz, Bern, 2014

Pfeil links Pfeil rechts

Ein Verkehrskreuz mit Eisenbahnlinien auf zwei Ebenen, darüber achtspurig die Autobahn: der Entwicklungsschwerpunkt ESP Ausserholligen in Bern. Der Bau des Trams Bern West und die Fertigstellung des Hauses der Religionen geben den Anstoss, die in den 1990er Jahren mit zwei S-Bahnstationen und einem Park-and-Ride angedachte Umsteigeverbindung in den Stadtraum einzubinden. Im Korsett enger Gestaltungsspielräume beschreiten wir einen Weg zwischen realistischer Übersteigerung und surrealem Ready-made.

Die Aufwertung und Belebung des Unorts beginnt mit dem Ausnivellieren des Bodens zwischen den peripheren Anschlusspunkten und -linien. Das damit verbundene Tieferlegen der Platzfläche spielt Sichtverbindungen bis jenseits der Bahnhofunterführung frei, macht den Ort übersichtlicher, freundlicher, sicherer. Wie versteinerte Baumstrünke stehen die Pfeiler der Autobahnbrücke als ungebetene Requisiten nun auf der asphaltierten Bewegungsfläche. Sie werden als Säulen maskiert: unten als Säulenbasen die freigelegten und als Sitzstufen abgetreppten Fundamente – oben als Kapitelle die um die Pfeiler gelegten Manschetten der Beleuchtung. Des Nachts erstrahlen die Pfeiler als Leuchtkörper unter dem mit Seilen verspannten Lichterhimmel.

Auftraggeber:
Stadtplanungsamt Bern
Tiefbauamt Bern

Ingenieur:
Markwalder + Partner, Burgdorf

Lichtplanung:
Priska Meier Lichtkonzepte, Turgi
Ernst Siegenthaler, EWB

Architekt Haus der Religionen:
Bauart Architekten und Planer AG, Bern

Texte:
Christoph Schläppi, Bern

Photograph:
José Hevia, Barcelona